Sonntag, 5. September 2010
1945 Die Reue ist kurz der Wahn ist lang
Meine Mutter bekam von einem Wehrmachtsangehörigen
die Aufforderung vorübergehend die Stadt zu verlassen, und nur das Nötigste mitzunehmen
Sie nahm einen Koffer, die drei Kinder,setzte mich noch einmal auf den Topf. Zum Entleeren blieb keine Zeit mehr.
Dytusz wurde zum Bahnhof getragen, der Rest mußte laufen . Nach stundenlangen Warten,weil alle Züge überfüllt waren, wurden wir noch in einen Zug gestopft.

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Süße Sprüche fürs Verderben
b. Der deutsche Generalgouverneur in Polen, Dr. Hans Frank, auf einer Pressebesprechung am 14.4.1942 [Auszug]
„Wir sind uns alle klar darüber, dass wir dieser Millionenbevölkerung von Polen eine irgendwie über das Nachrichtenmäßige hinausgehende Presse geben müssen. Der Grund dafür liegt nicht bei den Polen, sondern in unserem eigensten Interesse. Denn wir müssen zum Mindesten so tun, wie wenn das Generalgouvernement eine Art Schutzbereich im großdeutschen Reich ist. Wir können den Kampf nicht etwa dadurch erledigen, dass wir für 16 Millionen Polen 16 Millionen Nackenschüsse vollführen und damit das polnische Problem lösen. Solange die Polen leben, müssen sie für uns arbeiten und von uns in diesen Arbeitsprozess eingespannt werden. […] Zur polnischen Pressepolitik sei grundsätzlich gesagt: die Polen müssen den Eindruck haben, dass sie in der Presse nicht wie Schweine behandelt werden, sondern als Europäer und Menschen. […] Es ist klar, dass das Bedürfnis an Arbeitern im Reich und unsere Wehrlage geradezu ein Ringen um die polnische Arbeitskraft zur Folge haben. Wir sind ja von den Polen hierin abhängig. Wenn die Polacken die Züge nicht fahren, wer fährt sie dann? Wenn die hunderttausend polnischen Eisenbahner nicht die Züge fahren, können wir den Aufmarsch einstellen. Die Verantwortung ist derart groß, dass man es schon in Kauf nehmen muss, wenn ein paar süße Sprüche über Christentum, Katholizismus in die polnischen Blätter kommen. Die Meinung, dass man gleichzeitig weltpolitische Entscheidungen herbeiführen und weltanschauliche Kämpfe austragen kann, ist irrig. Wenn ich den Krieg gewinnen will, muss ich ein eiskalter Techniker sein; dann muss die Maschine des Krieges funktionieren. Die Frage, was ich einmal weltanschaulich-völkisch tun werde, muss ich auf die Zeit nach dem Krieg verschieben.“

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Möge diese Fahne ewig wehen....
..sagte mein Vater, als die Hakenkreuzfahne in Bromberg
aufgezogen wurde. In den Wohngebäuden um die Baptistenkirche war es zu einem Blutbad gekommen, kaum einer der Bewohner überlebte. Nur die deutschen Baptisten waren vorgewarnt. Zufall? Die deutschsprachigen evangelischen Christen standen früh unter den Verdacht zur 5.Kollone Hitlers zu gehören und in ihren Kirchen die Waffen für den Putsch vor der Front gelagert zu haben. Nur nicht auffallen, war die Devise meiner Mutter. den Polen ein Pole und den Deutschen ein
Deutscher. Deshalb gab sie den Kindern Vornamen die im Deutschen und in Polnischen vorkamen. Mein Bruder hieß
Eugen (Eugenius) meine Schwester Ursula (Urszula)
sie selbst hieß Leokadia und nannte sich zunehmend Lotte,
nur ich erhielt im Vertrauen auf den Führer den urgermanichen Namen Dieter. Sie nannte mich aber hinter vorgehaltener Hand Dytusz oder sehr zum Ärger meiner Schwester "Dytuschelchen"
1940
kamen die Baptistenprediger wieder in die Öffentlichkeit und trafen sich zu einer Konferenz in Bromberg, darunter
mein Vater Alfred Müller, Richard Kretsch, Prediger der
Nachbargemeinde Thorn, und Otto Lenz sein Schwiegervater und Prediger in Bromberg. Sie freuten sich bewahrt worden zu sein und nun zum Großdeutschen Reich zu gehören. (Doch der Führer bewahrt nur was ihm nützt)

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