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Sonntag, 5. September 2010
Ende der Glaubensfreiheit
dytusz, 00:44h
Soldateneide bei Wehrmacht und der Armia Krajowa, der polnischen Untergrundarmee
„Vor Gott dem Allmächtigen, vor der Jungfrau Maria, der Königin der polnischen Krone, lege ich meine Hand auf dieses heilige Kreuz, das Symbol von Martyrium und Erlösung, und ich schwöre, dass ich die Ehre Polens mit ganzer Kraft verteidigen werde, um Polen von der Sklaverei zu retten, dass ich mit Waffen in der Hand unter dem Einsatz meines Lebens kämpfen werde, dass ich meinen Vorgesetzten gegenüber absolut gehorsam sein werde und dass ich Geheimhaltung wahren werde – um welchen Preis auch immer.“
Eidesformel der Wehrmacht (seit 2.8.1934):
„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
„Vor Gott dem Allmächtigen, vor der Jungfrau Maria, der Königin der polnischen Krone, lege ich meine Hand auf dieses heilige Kreuz, das Symbol von Martyrium und Erlösung, und ich schwöre, dass ich die Ehre Polens mit ganzer Kraft verteidigen werde, um Polen von der Sklaverei zu retten, dass ich mit Waffen in der Hand unter dem Einsatz meines Lebens kämpfen werde, dass ich meinen Vorgesetzten gegenüber absolut gehorsam sein werde und dass ich Geheimhaltung wahren werde – um welchen Preis auch immer.“
Eidesformel der Wehrmacht (seit 2.8.1934):
„Ich schwöre bei Gott diesen heiligen Eid, dass ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, unbedingten Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“
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Verhalten der Baptisten
dytusz, 00:34h
Die Verantwortlichen der Freikirche waren während des Dritten Reiches bestrebt, Erreichtes nicht zu gefährden und missionarisch aktiv bleiben zu können. Dafür wurden Kompromisse bei dem Prinzip der völligen Unabhängigkeit eingegangen, und in zunehmenden Maße wurde das Prinzip preisgegeben. Stattdessen wurden staatliche Formen der Gemeindeorganisation, wie etwa das Führerprinzip, für den Gemeindebund zwischen 1933 und 1936 eingeführt.
Während des Dritten Reiches zählte man bis zu 120.000 Mitglieder. Spätestens seit 1936 hatten alle Denominationen den generell antichristlichen Kurs der NS-Religionspolitik zu spüren bekommen. Gegenüber dem Kirchenkampf verhielt man sich neutral oder desolidarisierte sich öffentlich von der Bekennenden Kirche, zum Beispiel auf der Weltkirchenkonferenz 1937 in Oxford.
Unter dem Druck der Verhältnisse schloss sich der Bund der Baptistengemeinden 1942 mit den um ihre Existenz kämpfenden Brüdergemeinden zusammen. Aus dieser Zeit datiert auch ein vom BEFG herausgegebenes Liederbuch Gemeindelieder für gemeinsame Andachten und Mahlfeiern von Baptisten und Brüdern. Der gemeinsame Bund erhielt den offiziellen, noch heute gültigen Namen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
Fünfzig Jahre danach erklärte der deutsche Bund auf dem Kongress der Europäischen Baptistischen Föderation 1984 in Hamburg in einem Wort zur NS-Zeit: „Wir haben uns nicht öffentlich mit dem Kampf und Leiden der Bekennenden Kirche verbunden und ebenso versäumt, eindeutig den Verletzungen göttlicher Gebote und Ordnungen zu widerstehen. Es beugt uns, dass wir als deutscher Bund der ideologischen Verführung jener Zeit oft erlegen sind und nicht größeren Mut zum Bekenntnis für Wahrheit und Gerechtigkeit bewiesen haben.“
Während des Dritten Reiches zählte man bis zu 120.000 Mitglieder. Spätestens seit 1936 hatten alle Denominationen den generell antichristlichen Kurs der NS-Religionspolitik zu spüren bekommen. Gegenüber dem Kirchenkampf verhielt man sich neutral oder desolidarisierte sich öffentlich von der Bekennenden Kirche, zum Beispiel auf der Weltkirchenkonferenz 1937 in Oxford.
Unter dem Druck der Verhältnisse schloss sich der Bund der Baptistengemeinden 1942 mit den um ihre Existenz kämpfenden Brüdergemeinden zusammen. Aus dieser Zeit datiert auch ein vom BEFG herausgegebenes Liederbuch Gemeindelieder für gemeinsame Andachten und Mahlfeiern von Baptisten und Brüdern. Der gemeinsame Bund erhielt den offiziellen, noch heute gültigen Namen Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.
Fünfzig Jahre danach erklärte der deutsche Bund auf dem Kongress der Europäischen Baptistischen Föderation 1984 in Hamburg in einem Wort zur NS-Zeit: „Wir haben uns nicht öffentlich mit dem Kampf und Leiden der Bekennenden Kirche verbunden und ebenso versäumt, eindeutig den Verletzungen göttlicher Gebote und Ordnungen zu widerstehen. Es beugt uns, dass wir als deutscher Bund der ideologischen Verführung jener Zeit oft erlegen sind und nicht größeren Mut zum Bekenntnis für Wahrheit und Gerechtigkeit bewiesen haben.“
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Stadt des Gemetzels
dytusz, 00:10h
Die NS-Politik hatte sich im Rahmen ihrer Lebensraumpolitik zum Ziel gesetzt, die eingegliederten Ostgebiete innerhalb eines Jahrzehnts in völlig deutsch besiedeltes Land zu verwandeln und damit „ethnisch zu säubern“. Die ersten Todesopfer waren bereits im Herbst 1939 ca. 20 000 Angehörige der polnischen Führungseliten, außerdem wurden fast alle Juden und Zigeuner deportiert und ermordet. Hunderttausende von Polen wurden in das Generalgouvernement abgeschoben und durch Volksdeutsche aus Ostmittel- und Südosteuropa ersetzt.
Das Generalgouvernement hingegen sollte als Nebenland des Reichs eine Art deutsche Kolonie sein, in der die Polen als „Untermenschen“ ohne politisches und kulturelles Eigenleben für die deutsche „Herrenrasse“ zu arbeiten hatten. Ganz bewusst hatte Generalgouverneur Hans Frank seinen Sitz auf der Krakauer Wawelburg genommen, in der einst die polnischen Könige gekrönt wurden, um so ein für die Polen besonderes Symbol ihres nationalen Stolzes zu entehren und keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass es sich beim Generalgouvernement keineswegs um einen polnischen „Reststaat“ mit Warschau als Hauptsitz handelte. Neben den polenfeindlichen Erlassen Hans Franks trug die Polizei Heinrich Himmlers dazu bei, durch Terror und willkürliche Massenverhaftungen die Bevölkerung in Furcht zu versetzen. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement, das sowohl für Juden als auch für Polen als „Auffangbecken“ diente, erhöhte sich nicht nur durch die aus den eingegliederten Ostgebieten Deportierten, sondern auch durch die Deportationen aus dem »Altreich« und deutsch-besetzten Gebieten in ganz Europa. Im Warschauer Getto vegetierten unter furchtbaren Bedingungen auf engstem Raum zeitweise 400 000 Menschen, bevor sie zur Ermordung in die Konzentrations- und Vernichtungslager kamen. In Auschwitz-Birkenau, Majdanek, Treblinka und anderen Lagern wurden rund 4,5 Millionen Juden aus dem deutschen Machtbereich ermordet, außerdem weitere Minderheiten wie Sinti und Roma sowie sowjetische Kriegsgefangene. Das Vorgehen der deutschen Behörden im besetzten Polen diente generell „der Zerstörung, der Knechtung und dem Völkermord. Es war in keiner Weise ihr Ziel, die Unterstützung oder Loyalität der Besetzten zu gewinnen. Die Vollstrecker der nationalsozialistischen Politik hatten die Aufgabe, jegliche Reste polnischer Staatlichkeit zu liquidieren und die polnische Nation als Gemeinschaft zu vernichten. Dass es dazu nicht kam, kann einzig darauf zurückgeführt werden, dass Hitler den Krieg verlor“ (Madajczyk).
Das Generalgouvernement hingegen sollte als Nebenland des Reichs eine Art deutsche Kolonie sein, in der die Polen als „Untermenschen“ ohne politisches und kulturelles Eigenleben für die deutsche „Herrenrasse“ zu arbeiten hatten. Ganz bewusst hatte Generalgouverneur Hans Frank seinen Sitz auf der Krakauer Wawelburg genommen, in der einst die polnischen Könige gekrönt wurden, um so ein für die Polen besonderes Symbol ihres nationalen Stolzes zu entehren und keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass es sich beim Generalgouvernement keineswegs um einen polnischen „Reststaat“ mit Warschau als Hauptsitz handelte. Neben den polenfeindlichen Erlassen Hans Franks trug die Polizei Heinrich Himmlers dazu bei, durch Terror und willkürliche Massenverhaftungen die Bevölkerung in Furcht zu versetzen. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung im Generalgouvernement, das sowohl für Juden als auch für Polen als „Auffangbecken“ diente, erhöhte sich nicht nur durch die aus den eingegliederten Ostgebieten Deportierten, sondern auch durch die Deportationen aus dem »Altreich« und deutsch-besetzten Gebieten in ganz Europa. Im Warschauer Getto vegetierten unter furchtbaren Bedingungen auf engstem Raum zeitweise 400 000 Menschen, bevor sie zur Ermordung in die Konzentrations- und Vernichtungslager kamen. In Auschwitz-Birkenau, Majdanek, Treblinka und anderen Lagern wurden rund 4,5 Millionen Juden aus dem deutschen Machtbereich ermordet, außerdem weitere Minderheiten wie Sinti und Roma sowie sowjetische Kriegsgefangene. Das Vorgehen der deutschen Behörden im besetzten Polen diente generell „der Zerstörung, der Knechtung und dem Völkermord. Es war in keiner Weise ihr Ziel, die Unterstützung oder Loyalität der Besetzten zu gewinnen. Die Vollstrecker der nationalsozialistischen Politik hatten die Aufgabe, jegliche Reste polnischer Staatlichkeit zu liquidieren und die polnische Nation als Gemeinschaft zu vernichten. Dass es dazu nicht kam, kann einzig darauf zurückgeführt werden, dass Hitler den Krieg verlor“ (Madajczyk).
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